Talon Quartett mit Gästen
Louis Vandory (Violine),Virginia Diegritz (Violine), Carla Usberti (Viola) Valentin Lutter (Violoncello), Elias Schneider (Fagott), Moritz Bergmann (Orgel),Fabian Jüngling (Violine)
Der Karfreitag ist im Kirchenjahr der Tag der stillen Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu Christi. In der Musik des Barock wurde dieses Geschehen oft in großen Passionswerken vertont – etwa bei Johann Sebastian Bach. Doch auch die Instrumentalmusik dieser Zeit ist stark von der sogenannten Affektenlehre geprägt: Komponisten versuchten, mit musikalischen Mitteln Gefühle wie Klage, Trost, Schmerz oder Hoffnung auszudrücken.
Dieses Programm verbindet Werke von Antonio Vivaldi, Johann Friedrich Fasch, Francesco Geminiani, Arcangelo Corelli und Georg Muffat zu einer musikalischen Betrachtung der Passion. Die Stücke sind keine unmittelbaren Passionsvertonungen, doch ihre Klangsprache – besonders in den langsamen, gesanglichen Sätzen – lädt zu einer stillen, meditativen Auseinandersetzung mit den Themen dieses Tages ein.
Das Konzert bringt Musik von Georg Muffat und Arcangelo Corelli, deren würdevoller und klarer Stil den Raum für eine Atmosphäre der Sammlung öffnet. In den Doppelkonzerten von Johann Friedrich Fasch und Antonio Vivaldi tritt der dialogische Charakter der Barockmusik hervor – musikalische Stimmen treten miteinander in Beziehung, spiegeln Spannung und Bewegung und erinnern so an den Weg und das Ringen der Passion.
Weitere Werke führen die Musik stärker in eine nachdenkliche und klanglich dunklere Stimmung. Die Werke von Francesco Geminiani und besonders die Fagottkonzerte von Antonio Vivaldi und Johann Friedrich Fasch stellen das warme, expressive Timbre des Instruments in den Mittelpunkt. Gerade in den langsamen Sätzen entsteht eine fast vokale, klagende Klangsprache, die an eine Arie ohne Worte erinnert und Raum für innere Einkehr lässt.
So versteht sich dieses Konzert als musikalischer Weg durch unterschiedliche Affekte: von Sammlung und Betrachtung über Spannung und Klage bis hin zu Momenten von Trost und Hoffnung. In diesem Sinne lädt das „Barocke Passionskonzert“ dazu ein, die Musik des Barock nicht nur als virtuose Instrumentalmusik zu hören, sondern auch als eine Form der musikalischen Meditation am Karfreitag.
Talon Quartett
Louis Vandory – Fabian Jüngling – Carla Usberti – Valentin Lutter
Die vier jungen Musiker des 2023 gegründeten Talon Quartetts schlossen sich im Rahmen ihres Studiums an der Münchner Musikhochschule zusammen, wo sie Unterricht bei Prof. Raphael Merlin erhalten. Sie studieren alle bei namhaften ProfessorInnen wie Julia Fischer, Lena Neudauer, Roland Glassl und Julian Steckel. Mittlerweile spielen sie in renommierten Münchner Orchestern wie dem Staatstheater am Gärtnerplatz und dem Symphonieorchetser des Bayerischen Rundfunks. Gemeinsam konzertieren sie regelmäßig in wichtigen Reihen in und um München sowie bei internationalen Festivals. 2023 gründeten sie im Salon Luitpold in München eine Kammermusikreihe mit rund 15 Konzerten pro Jahr. Ihr Ziel ist es, Musik sowohl in ihrem Kontext zu präsentieren als auch neue Perspektiven und Verbindungen zu anderen Künsten aufzuzeigen. Dafür benutzen sie u.a. Formate der offenen Diskussion oder kunstübergreifende Performances und nutzen dafür die intime, direkte Atmosphäre des Raums.
Elias Simon Schneider wurde 2002 in Freiburg geboren. Seinen ersten Fagottunterricht erhielt er mit acht Jahren bei seinem Vater, ehe er viele Jahre in der Jugendklasse bei Prof. Akio Koyama an der Musikhochschule Trossingen war. Seit 2020 studiert er bei Prof. Dag Jensen an der Hochschule für Musik und Theater in München. Seit 2026 ist Elias Schneider Solo-Fagottist am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Zuvor hatte er dort bereits einen Zeitvertrag, wie auch bei den Nürnberger Symphonikern. Außerdem ist er Mitglied bei der Jungen Deutschen Philharmonie. Weitere Engagements als Aushilfe führten ihn unter anderem zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Münchner Kammerorchester, den Münchner Symphonikern und der Niederbayerischen Philharmonie.
Elias Schneider ist Stipendiat beim Cusanuswerk e.V. und bei PE Förderungen e.V..
Neben dem Fagott spielt er auch Klavier und Orgel und konzertiert auch damit in kammermusikalischen Formationen.
Virginia Diegritz wurde 2001 in Regensburg geboren. Als Tochter eines Musiklehrers war sie schon immer von Musik umgeben und erhielt erstmals mit fünf Jahren Geigenunterricht an der örtlichen Musikschule. Sie war schon früh Mitglied in verschiedenen Jugendorchestern, u. a. dem Odeon Jugendsinfonieorchester München.Von 2019 an studierte sie Lehramt Musik an der Hochschule für Musik und Theater München mit Schwerpunkt Violine und erhielt Unterricht von Prof.in Sonja Korkeala und Prof.in Ilona Then-Bergh. Ihren musikalischen Horizont erweiterte sie bei einem Erasmus-Semester 2024 am Conservatorio di Musica Santa Cecilia in Rom, wo sie u. a. von Liliana Bernardi unterrichtet wurde.
Nach dem abgeschlossenen Schulmusik-Studium studiert sie nun Violine in künstlerisch-pädagogischer Studienrichtung an der Musikhochschule München bei Prof.in Julia Galic. Konzertreisen führten sie in verschiedene Länder Europas sowie nach Südamerika.
Moritz Bergmann wurde 2001 in Hamburg geboren und ist in Holzkirchen aufgewachsen. Im Alter von 6 Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht, 5 Jahre später folgte die Orgel. An beiden Instrumenten wurde er in solistischer und kammermusikalischer Besetzung bei einigen Wettbewerben mit Preisen aus-gezeichnet. Seit seiner Kindheit ist er sängerisch aktiv in verschiedenen Chören und Vokalensembles, zuletzt auch als Korrepetitor, Dirigierassistent und Mitglied der Bayerischen Singakademie. An der Hochschule für Musik und Theater München studierte er von Oktober 2020 bis Juli 2024 Kirchenmusik mit den Fächern Orgel bei Prof. Bernhard Haas, Klavier bei Prof. Olaf Dreßler, Chordirigieren bei Peter Kofler und Prof. Andreas Herrmann und Gesang bei Minari Urano. Weitere Impulse erhielt er von Christiane Büttig, Hartmut Elbert, Jörg Halubek und Ton Koopman. Seit Oktober 2024 setzt er seine Studien auf diesem Gebiet im Rahmen des Masters mit dem Schwerpunkt im Orgelliteraturspiel in München fort.